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Beat-Lizenzen, erklärt

Wenn du online einen Beat kaufst, kaufst du nicht den Beat. Du kaufst die Erlaubnis, ihn zu nutzen, unter Bedingungen. Diese Bedingungen entscheiden, wie weit dein Song gehen darf, wer was verdient, wenn er läuft, und was passiert, wenn er durch die Decke geht. Dieser Ratgeber geht alles durch, was vor dem Bezahlen zählt, mit den Lizenzen von TH6 als Beispiel.

Kurz gesagt: Eine Beat-Lizenz ist die schriftliche Erlaubnis, den Beat eines Produzenten in deinem eigenen Song zu nutzen. Das Urheberrecht bleibt beim Produzenten. Ein Lease ist nicht exklusiv und meist durch Streams oder Verkäufe begrenzt; eine Exklusivlizenz nimmt den Beat vom Markt, bleibt aber eine Lizenz und macht dich nicht zum Eigentümer. Prüf vor dem Kauf die Limits, die erlaubte Nutzung, die Splits für Master und Publishing und ob Samples im Beat stecken.

Von TH6 · Aktualisiert am

Du kaufst eine Lizenz, nicht den Beat

Das Urheberrecht am Beat gehört dem Produzenten. Eine Lizenz ist ein Vertrag, in dem der Produzent sagt: Du darfst diesen Beat in deinem Song nutzen, für diese Zwecke, bis zu diesen Grenzen. Ein Lease kann 75 € kosten statt Tausende, gerade weil der Produzent Eigentümer bleibt und denselben Beat erneut lizenzieren kann.

Deshalb ist der Lizenztext der wichtigste Teil deines Kaufs, wichtiger als der Preis. Zwei Leases zum gleichen Preis in zwei Shops können dir ganz unterschiedliche Rechte geben. Der eine erlaubt unbegrenzt viele Musikvideos, der andere zählt Aufrufe. Der eine gilt für immer, der andere läuft nach ein paar Jahren aus.

Die zwei Rechte in jedem Song

In jedem Song stecken zwei getrennte Urheberrechte, und Beat-Lizenzen sind um beide herum geschrieben.

Eine Beat-Lizenz regelt, wie beides geteilt wird. Darum geht es bei den Splits weiter unten.

Leases: nicht exklusiv und begrenzt

Ein Lease ist eine nicht exklusive Lizenz. Der Produzent kann denselben Beat an andere Artists leasen, vor dir und nach dir. Dafür ist er günstig, und du kannst sofort veröffentlichen.

Die meisten Shops verkaufen Leases in Stufen. Je günstiger die Stufe, desto niedriger die Limits und desto weniger Dateien. Diese Limits begegnen dir in Beat-Shops:

Bei TH6 zählen nur die Streams. Jedes Lease erlaubt dieselbe Nutzung (Verkauf, Video, Radio, Auftritte und Sync), und keins läuft ab. Die Stufen unterscheiden sich bei Streams und Dateien: Das Basic Lease (75 €) gilt bis 100.000 Streams, das Premium Lease (110 €) bis 150.000, und das Unlimited Lease (300 €) hat kein Limit und kommt mit den Stems. Geht ein Song über seine Zahl hinaus, zahlst du die Differenz zur nächsten Stufe, nie noch einmal den vollen Preis.

MP3, WAV und Stems

Die Stufen unterscheiden sich auch darin, was du herunterlädst. Ein MP3 ist komprimiert: gut zum Schreiben und für ein Demo, aber nicht das, was du auf Spotify willst. Ein WAV ist die Datei in voller Qualität. Stems, auch Trackouts genannt, sind die einzelnen Spuren des Beats (Drums, 808, Melodie und so weiter), damit ein Engineer deine Stimme in den Beat mischen kann, statt sie obendrauf zu legen.

Jedes Lease von TH6 kommt mit dem WAV (24 Bit) und dem MP3 (320 kbps), beim Unlimited Lease gibt es zusätzlich die Stems. Gibt dir ein Shop in der günstigsten Stufe nur ein MP3, prüf vor dem Release, ob du upgraden kannst.

Exklusiv: vom Markt, aber immer noch eine Lizenz

Eine Exklusivlizenz nimmt den Beat vom Markt: Nach dir kann ihn niemand mehr leasen. Zwei Dinge tut sie nicht. Sie macht die Leases, die schon verkauft sind, nicht rückgängig, andere Songs auf demselben Beat bleiben also online. Und sie überträgt kein Urheberrecht. Der Produzent bleibt Eigentümer des Beats; du hast das exklusive Recht, ihn zu nutzen.

Das Urheberrecht selbst zu kaufen ist ein Buy-out, ein eigener Deal mit eigenem Preis. Nach niederländischem Recht, unter das TH6 fällt, muss eine Exklusivlizenz schriftlich vereinbart werden, und für eine Übertragung des Urheberrechts braucht es zusätzlich eine Urkunde (Artikel 2 des niederländischen Urheberrechtsgesetzes). Das schützt den Käufer genauso wie den Produzenten.

Weil frühere Leases weiterlaufen, frag vor einer Exklusivlizenz, wie viele es gibt. Bei TH6 bekommst du diese Zahl schriftlich, bevor du zahlst. Mehr zu dieser Entscheidung in Lease oder exklusiv?.

Splits: wer verdient was

Die meisten Beat-Lizenzen geben dem Artist den größeren Anteil am Master und teilen das Publishing zwischen den Autoren. Die genauen Zahlen sind von Shop zu Shop verschieden, und sobald ein Song Geld verdient, sind sie wichtiger als der Preis, den du gezahlt hast.

Bei TH6 steht der Split fest auf der Lizenz. Du behältst 90 % des Masters, TH6 behält 10 % (mit einem zweiten Produzenten je 5 %). Das Publishing ist 50/50: TH6 als Komponist der Musik (mit einem zweiten Produzenten je 25 %), du als Autor von Text und Topline, ohne zusätzlichen Verlagsanteil obendrauf.

Ein Beispiel. Angenommen, dein Song verdient 1.000 € Master-Einnahmen aus Streaming. Bei einem Split von 90/10 gehen 900 € an dich und 100 € an den Produzenten. Unabhängig davon zahlt deine Verwertungsgesellschaft die Publishing-Tantiemen an die Autoren in den angemeldeten Anteilen aus, hier zur Hälfte an dich und zur Hälfte an TH6.

Der Producer-Tag

Ein Tag ist eine kurze Stimme oder ein Sound, an dem man den Produzenten erkennt. Bei Leases bleibt er im Beat. Er hält ein Lease günstig, er macht den Beat wertlos für alle, die ihn von YouTube rippen, und er nennt den Produzenten, auch wenn jemand die Credits vergisst. Den Tag zu entfernen, verhandelst du bei einer Exklusivlizenz, schriftlich. Mehr im Ratgeber Was ist ein Producer-Tag.

Samples im Beat

Eine Lizenz kann dir nur Rechte geben, die der Produzent selbst hat. Steckt im Beat ein Sample aus der Platte von jemand anderem, deckt dein Lease dieses Sample nicht ab, und der Inhaber der Platte kann deinen Song sperren lassen, obwohl du für den Beat bezahlt hast.

In der EU kann der Inhaber einer Aufnahme sogar gegen ein Fragment von wenigen Sekunden vorgehen, es sei denn, es ist so verändert, dass es niemand wiedererkennt. Frag also vor dem Kauf: Steckt ein Sample in diesem Beat, und wenn ja, ist es geklärt? Jeder Sound in einem Beat von TH6 ist von TH6 gespielt, aufgenommen oder programmiert oder stammt aus einer Quelle mit Lizenz für die kommerzielle Nutzung.

YouTube und Content ID

Manche Produzenten melden ihre Beats in YouTube Content ID an. Dann wird jedes Video mit dem Beat geclaimt, auch deins, und das Werbegeld deines Videos geht an den Produzenten, solange du nicht widersprichst. Prüf das in der Lizenz, bevor du kaufst.

TH6 meldet keine Beats in Content ID an, ein Beat von TH6 claimt deine Videos also nicht. Es gilt auch andersherum: Melde auf einem geleasten Beat deinen eigenen Song nicht über deinen Distributor in Content ID an, denn dann claimst du die anderen Artists, die denselben Beat geleast haben. Distributoren wie Ditto lehnen geleaste Beats für Content ID genau deshalb ab.

Checkliste vor dem Bezahlen

Bereit zum Veröffentlichen? Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Songs auf einem geleasten Beat macht da weiter, wo dieser Ratgeber aufhört.

Häufige Fragen

Gehört mir ein Beat, wenn ich ihn lease?

Nein. Dir gehört dein Song und dein Teil davon (dein Text, deine Stimme, deine Aufnahme), aber der Beat bleibt beim Produzenten. Du hast eine Lizenz, ihn zu den Bedingungen deines Leases zu nutzen.

Reicht ein Lease, um meinen Song auf Spotify zu bringen?

Ja. Genau dafür ist ein Lease gemacht: einen Song auf Streamingdiensten zu veröffentlichen, bis zum Limit deiner Stufe.

Läuft eine Beat-Lizenz ab?

Manche schon, nach einigen Jahren. Eine Lizenz von TH6 läuft nicht ab und muss nicht verlängert werden.

Was passiert, wenn mein Song das Stream-Limit überschreitet?

Du steigst auf die nächste Lizenz um. Bei TH6 zahlst du nur die Differenz, und in der Zwischenzeit geht nichts offline.

Können zwei Artists Songs auf demselben geleasten Beat veröffentlichen?

Ja. Das bedeutet nicht exklusiv. Willst du der Einzige sein, kauf eine Exklusivlizenz oder lass einen Beat nur für dich produzieren.

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